Wieviel einer, der seine Fehler kennt?
Betriebsblind?
An der Konstanzer Hafeneinfahrt steht eine Statue von Peter Lenk. Er nannte sie „Imperia“, weil sie die eigentliche Herrscherin darstellt. Sie verkörpert das, was ich auch in mir selbst als Sucht und Suche wahrgenommen habe. Der Bildhauer hat diese neun Meter hohe Figur meines Erachtens 1993 als Mahnmal errichtet, um sich und diese Welt kritisch zu hinterfragen. 'Mensch' sieht eine Dirne, die zwei weltliche Würdenträger auf ihren Händen trägt und sich, durch eine Mechanik angetrieben, einmal in drei Minuten um sich selbst dreht. Im gleichnamigen Buch von Paulo Coelho, das 2003 erschienen ist, geht es um 11 Minuten. So sind es doch einzelne Künstler und Kunststücke, welche mich neugierig gemacht und auf eine Betriebsblindheit aufmerksam gemacht haben, welche mit dem Thema Sexualität einhergeht.
Vor Jahren sah ich einmal einen Spruch mit einem lustigen Bild dazu, welcher so lautete: „Wer glaubt, er sei ein Engel, ist blind für seine (eigenen) Mängel!“ Und so bin ich vorsichtig geworden, mich selbst als allzu herausragend gegenüber anderen Zeitgenossen zu sehen. Das Bedürfnis, von sich mehr zu halten, als von anderen, erwächst offenbar aus einem Missverhältnis, einem Mangel, welcher diesem Ungleichgewicht durch eigenes Hervortreten, Glänzen und Prahlen entgegenkommen muss. Der Versuch, sich als größer, besser und schöner als andere sehen zu wollen, ist in der Wurzel ein Mangel an Liebe, welche diesem Menschen fehlt, egal, ob er sie sich selbst verweigert, oder ob sie ihm, aus welchem Grund auch immer, verweigert wird. „Hauthunger“ haben Psychologen das Phänomen genannt, welches ein Defizit im zwischenmenschlichen Bereich darstellt.
Die Kontaktpflege und die Intensität des Kontaktes zu einem anderen Menschen ist, so weit ich weiß, eine Sache des Temperaments. Auch regional erscheinen mir südlicher angesiedelte Menschen als temperamentvoller, als im Norden. Aber, was ich sehr stark vermute, ist, dass ein weiterer Faktor stark dazu beiträgt, ob Menschen sich Kontakt holen, und so ihren Hauthunger stillen, oder den Kontakt eher meiden und so in ein Defizit fallen. Dieser Faktor, meine ich, sei davon abhängig, wie dicht Menschen in einer Stadt beieinander wohnen. Diese scheinbare Nähe – dicht an dicht zu wohnen, in U-Bahnen und Bahnhöfen und an anderen Stellen sich zu drängen -, ist erzwungene, nicht selbst gewählte Nähe und erzeugt eher eine Abspenstigkeit, als dass sie ein Bedürfnis erfüllen könnte. Ja, es ergeben sich meines Erachtens eher mehr Konflikte im Zusammenleben, weil die Bedürfnisse der einzelnen Personen gegenseitig gar nicht wahrgenommen werden.
Was kann also die so provokante Erinnerung an die Problematik durch den Bildhauer Peter Lenk und seine „Imperia“, die in Konstanz im Hafen steht, für mich – für den Leser meines kleinen Aufsatzes
( neudeutsch „blog“) sein? Sind Sie betriebsblind? Gönnen Sie sich genügend Hautkontakt? Können Sie sich diesen Kontakt nur in Intimbeziehungen holen, oder gewähren Sie sich und anderen Menschen aus ihrem Umfeld auch diese Nähe und können sich trotz allem abgrenzen?
michaelberlin am 28. März 11
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Wieviel einer, der Frieden bringt?

Frage: Was ist eine geistige Nahrung, welche Zufriedenheit => Frieden bringt?
Ich habe lange dazu gebraucht, das herauszufinden. Warum? Nun, weil ich erkennen lernte, dass ein einziger negativer Gedanke ausreicht, um meine ganze "kleine Welt" (den Inneren Raum) zu vergiften.
Wodurch unterscheiden sich nun positive oder negative Gedanken?
Ich denke, jede Form von Gedanken beinhaltet Energie.
Die positiven Gedanken enthalten sehr viel Energie, während die negativen Gedanken sehr, sehr wenig Energie in sich tragen, ja, eher Energie noch rauben, um nicht "entdeckt" zu werden. Sie tarnen sich in einer Art "Schlachtfeld" - wo gute, positive Gedanken gegen negative, schlechte Gedanken kämpfen.
Es sieht dann so aus, als sei hier sehr viel Positivität. In Wirklichkeit findet aber nur ein Kampf statt.
Nun gibt es also Gedanken, die sind noch völlig von negativen Gedanken umgeben und es gibt Gedanken, welche davon schon freier sind.
Natürlich könnte es auch umgekehrt sein, und da wo "weniger" Energie ist, ist "das heilige, oder geheilte Feld".
Nur ist die Frage: Wie bewerte ich "viel Energie" oder "wenig Energie"? Aber, ich will niemanden verwirren!
Ein Beispiel: Der Gedanke: "Dieses Leben ist nichts wert" (vielleicht weil es ein Geschenk war?) enthält
sehr wenig Energie, ja er lädt förmlich dazu ein, dieses Leben (gewaltsam) zu beenden.
Mörder und Selbstmörder tragen diesen Gedanken in sich.
Der Gedanke: "Dieses Leben ist ein wunderbares Geschenk an mich von Gott - überreicht
durch meine Eltern." trägt unglaublich viel Energie in sich, denn er verweist auf eine Adresse,
die größer ist als meine "kleine Welt".
Ich habe durch diese "Höhere Macht" die Möglichkeit, negative Gedanken verwandeln zu lassen. Das hilft bei dem oben genannten Problem der Vergiftung meiner kleinen Welt. Und ich habe zusätzlich die Möglichkeit, mich für alles, was Gott mir so am Tag vorbeischickt, zu bedanken. Damit verfalle ich nicht dem Gedanken, ich sei der, der alles macht und regelt. Das ist auch sehr entlastend, weil ich damit nicht für alles die Verantwortung zu tragen habe - ausser eben für meine eigene, kleine Welt!
michaelberlin am 28. März 11
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Meine Gedanken zu diesem Thema:

Vor kurzem ist im Berliner Zoo ein Eisbär gestorben. Ganz Deutschland kannte ihn. Jetzt wird nach der Ursache geforscht, warum er so jung sterben mußte.
Böse Zungen behaupten, er hätte den Stress nicht verkraftet, der Zoo sei an seinem Tod schuld.
Wir brauchen für plötzliche und unerklärliche Ereignisse, welche genau diese Qualität haben, immer einen Beweis, eine Entschuldigung, oder eine Art Vorwarnung: Das darf einfach nicht noch einmal passieren! Das nächste Mal müssen wir das schneller erkennen, um Gegenmaß-nahmen ergreifen zu können.
Leider, oder zum Glück, gibt es in unserem Leben immer wieder solche Situationen, in welchen Unvorhersehbares geschieht. Das macht Angst. Aber es könnte auch ein Grund für Hoffnung sein, dass wir nicht alles selbst lösen müssen und die Verantwortung für alles selbst tragen müssen. Hier gebrauche ich einmal das Wort "muß", wo ich es sonst tunlichst vermeide, weil ich ein freidenkender Mensch bin. Ja, die Last, alles selbst tragen zu müssen, kann erdrücken! Und an dieser Stelle stelle ich noch einmal die Frage: "Wieviel ist ein Mensch wert?" Das Bild oben stellt eine Tulpe dar - eine unter allen anderen ist anders. Sie steht für ein Paradoxon:
Geld und Wachstum. Es gibt Menschen, die wollen uns weismachen, dass Geld wachsen kann. Gott sei Dank ist das nicht so. Denn dann würde etwas in unserer Welt wachsen, was nicht den Gesetzen des Wachstums unterworfen ist. Alles, was hier auf dieser Erde wächst, wird auch wieder sterben und zerfallen. Diese Endlichkeit ist der eigentliche Wert. Eine Blume hat einen Wert, weil sie einmalig ist. So, wie sie gewachsen ist, zu dieser Zeit, auf diesem Boden, mit dieser Größe und in dieser Pracht, gibt es sie nur ein einziges Mal. Sicherlich stehen da noch viele andere. Jedes Jahr gibt es wieder neue Blumen dieser Art. Aber diese eine gibt es nur ein einziges Mal. Das macht ihren Wert aus. Es steckt in ihr Leben, das wir ihr nicht geben können. Leben ist unverfügbar. Seine Länge ist unbestimmbar und das ist gut so. Unsere unstillbare Gier nach mehr würde auf dieser Erde sehr viel mehr Unheil und Tod bringen, würden wir den Baum des Lebens im Garten Eden finden und von dieser Frucht der Erkenntnis essen, der Frucht des ewigen Lebens. Es sei denn, wir würden die Demut erreichen, welche Jesus an den Tag gelegt hat und den Ruf des Vaters hören. Dann allerdings könnte es sein, dass ewiges Leben auch hier auf dieser Erde möglich würde. Die Sehnsucht danach ist uns allen ins Herz gelegt. Deshalb ist jedes Leben unendlich viel wert!
michaelberlin am 28. März 11
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